Die Evaluierungsphase
Wie bereits erwähnt, evaluieren Sie in jeder Phase des ADDIE-Modells, nicht nur in der Schlussphase. Mithilfe der Fragen zu den entwickelten Inhalten stellen Sie sicher, dass diese Ihren Zielen entsprechen und erfolgreich auf den vorherigen Schritten aufbauen.
Die abschließende ADDIE-Evaluierung ist formeller und hilft Ihnen zu erkennen, an welchen Stellen Ihr Prozess noch verbessert werden kann. Da viele Schulungsprogramme über mehrere Jahre hinweg entwickelt und wieder überarbeitet werden, ist dieser Schritt besonders wichtig.
Viele der Informationen, die Sie in der Evaluierungsphase des ADDIE-Modells nutzen, stammen aus den Tests, die die Lernenden am Ende ihres Kurses absolvieren. Wenn Sie das ADDIE-Modell genau befolgt haben, dann haben Sie zu Beginn der Entwicklungsphase spezifische Schulungs- und Lernziele festgelegt. Mithilfe der Tests sollten Sie nun feststellen können, wie gut die Teilnehmer diese Ziele erreicht haben.
Wenn zum Beispiel eines Ihrer Unterrichtsziele darin bestand, die Anwendung eines bestimmten Softwareprogramms zu lehren, können Sie anhand konkreter Testergebnisse feststellen, ob dies effektiv vermittelt wurde. Können die Teilnehmer das Programm starten? Können sie zu den entsprechenden Menüs navigieren? Können sie bestimmte Aufgaben ausführen, Dateien speichern usw.? Wenn dies der Fall ist und Ihre Ziele erreicht wurden, dann waren Ihre Schulungsunterlagen in diesem Fall erfolgreich. Wenn die Teilnehmer die Ziele nicht erreichen konnten, verfügen Sie über eine Fülle von Informationen, um herauszufinden, woran es genau lag, einschließlich des Feedbacks der Ausbilder, Ihrer eigenen Notizen und der Testergebnisse von Teilnehmern.
Wenn Ihre Ziele von Beginn an nicht klar genug formuliert waren, fällt Ihnen das Ermitteln des Handlungsbedarfs am Ende möglicherweise schwer. Kehren Sie in diesem Fall zur Analysephase zurück und versuchen Sie, Ihre Ziele präziser zu formulieren.
Instructional Systems Design (Systematisches Instruktionsdesign)
Wie Sie am Aufbau des ADDIE-Modells sicher erkannt haben, ist die zentrale Idee des Instruktionsdesigns, den Prozess zugänglicher zu machen, indem genaue Schritte für die Erstellung von Schulungsmaterialien vorgegeben werden. Der Prozess, der auch als Instructional Systems Design bekannt ist, zielt darauf ab, Lernenden das Aneignen neuer Fähigkeiten und Kenntnisse zu erleichtern, indem der Designprozess vereinfacht und der Lernerfolg in den Mittelpunkt gerückt wird.
Viele Schulungsprogramme enthalten eine Fülle von Materialien, ohne auf die Ausgangssituation der Lernenden, ihren Werdegang, ihre Lernbedürfnisse, das Lernumfeld, die individuellen und gruppenspezifischen Lernbarrieren, die passenden Ausbilder und die zu schulende Organisation einzugehen. Die Unübersichtlichkeit und fehlende Rücksichtnahme auf Bedürfnisse der Teilnehmer hemmt oft den Lernerfolg. Obwohl diese Materialien sicherlich einige Informationen vermitteln, werden sie nicht so effektiv sein wie Schulungsmaterialien, die auf Instruktionsdesign basieren.
Der Prozess des Instruktionsdesigns, beginnend mit dem ADDIE-Model, setzt die Bedürfnisse und Ausgangsbedingungen der Lernenden als Grundpfeiler für das gesamte Schulungsprogramm. Gutes Instruktionsdesign berücksichtigt zudem die individuellen Ausprägungen jeder Organisation, um ein Schulungsprogramm zu entwickeln, das darauf abgestimmt und daher effektiv ist.
Der zweite Vorteil von Instruktionsdesign ist, dass eine sonst sehr anspruchsvolle Aufgabe deutlich vereinfacht wird: eine große Menge an Informationen in kürzester Zeit einer vielschichtigen Teilnehmergruppe zu vermitteln. Das Strukturieren der einzelnen Schritte fördert ein gründliches Vorgehen, exzellentes Design, gezielte Schulungen und letztendlich einen optimierten Lernprozess.